Deutsche Perspektiven
von Manfred Julius Müller, im März 2003

Was ist los mit unserem Land? Befindet es sich lediglich in einer vorübergehenden Konjunkturflaute oder steckt mehr dahinter? Es wird Zeit, sich über die weitere Entwicklung Gedanken zu machen. Wo wird unser Land in zehn Jahren stehen, wenn die Politik in gewohnter Form weiterbetrieben wird und es weder zu einer Lohnkostenreform (Mehrwertsteueranhebung bei gleichzeitiger Absenkung der Sozialversicherungsbeiträge) noch zu einer Zollanhebung kommt.

2003-2006

 

 

Prognose für 2006:

Produktivität 80 % über dem Stand von 1980

Sozialleistungen 10 % unter dem Stand von 1980

Realnettolöhne 10 % unter dem Stand von 1980

5 Millionen Arbeitslose

 

 

 

 

Einseitiger Abbau sozialer und sonstige staatliche Einsparungen
Kürzung der Renten
Abschaffung der Arbeitslosenhilfe
Einschränkung der zahnärztlichen Kassenversorgung
Kürzung von Urlaubstagen oder Streichung von Feiertagen
Streichung von Zulagen im öffentlichen Dienst
Längere Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst

Umschichtungen
Zum Teil vernünftiger Abbau staatlicher Subventionen zugunsten von Steuersenkungen (die allerdings die eigentlichen Probleme in keiner Weise lösen):
Verringerung der Eigenheimzulage
Kürzung der Kilometerpauschale
Versteuerung von Erschwerniszulagen

Trends in der freien Wirtschaft
Weitere Flexibilisierungsbemühungen (= Abbau von Erschwerniszulagen)
Weitere Auflösung der Flächentarife
Rückläufige Lohnentwicklung
Fortschreitende Umwandlung von regulären Arbeitsplätzen in geringfügige Beschäftigungen
Anhaltender Trend zur Produktionsauslagerung ins Ausland

Unbekannte Risiken:
Der Aktienmarkt in den USA ist immer noch stark überbewertet (wegen der künstlichen Nachfragestimulation durch die Pensionskassen und gigantischer Konjunkturprogramme). Vermutlich wird sich das Niveau des Dow Jones irgendwann halbieren - das hat erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft (weil es vermeintliche Vermögen halbiert).

2006-2010

 

Prognose für 2010:

Produktivität 90 % über dem Stand von 1980

Sozialleistungen 20 % unter dem Stand von 1980

Realnettolöhne 20 % unter dem Stand von 1980

weiterhin hohe Massenarbeitslosigkeit
(falls nicht massiv Bilanzkosmetik betrieben wird)

 

Ganz gleich, welche Partei am Ruder ist, der negative Trend wird sich fortsetzen. Die EU-Osterweiterung wird die Probleme sogar noch verschärfen. Wahrscheinliche Auswirkungen:

Der Staat gerät weiter in die Schuldenfalle, nur mit drastischen Einschnitten sind die Zinszahlungen noch zu bedienen.
Die Renten werden weiter abgesenkt (möglicherweise wird sogar eine Einheitsrente auf Sozialhilfeniveau eingeführt).
Auch Beamte werden wie in der Privatwirtschaft mehr arbeiten müssen und weniger verdienen.
Die Beförderungsstruktur im öffentlichen Dienst wird abgebaut (ein beruflicher Aufstieg wird so selten wie in der Privatwirtschaft).
Private steuerlichen Vergünstigungen und Zuwendungen werden zunehmend gestrichen (Kilometerpauschale, Eigenheimzulage usw).
Den Lohnsteuer-Jahresausgleich wird man vielleicht eines Tages ganz abschaffen.
Nach amerikanischen Vorbild wird die allgemeine Krankenversorgung weiter eingeschränkt.

Verstärkter Trend zur Produktionsauslagerung ins Ausland. Damit einhergehend panikartige Einsparungen im Staatshaushalt. Entlassungen im öffentlichen Dienst (größere Schulklassen). Allmähliche Absenkung der Lehrerbezüge auf das wesentlich niedrigere Niveau der anderen EU-Staaten.

2010-2014

 

Prognose für 2014:

Produktivität 100 % über dem Stand von 1980

Sozialleistungen 25 % unter dem Stand von 1980

Realnettolöhne 25 % unter dem Stand von 1980

weiterhin hohe Massenarbeitslosigkeit
(falls nicht massiv Bilanzkosmetik betrieben wird)

Allmählich zeichnet sich das ganze Ausmaß der deutschen Misere ab. Der Export bricht ein, unsere viel zu teuer produzierten Waren sind auf dem Weltmarkt kaum noch konkurrenzfähig.

Mittlerweile besinnen sich sogar einige mutige Politiker und stellen den Fragen nach dem Nutzen der EU. Der Ruf nach Zollgrenzen und Importsteuern wird lauter. Doch selbst, wenn man jetzt endlich reagieren möchte - was erlaubt uns noch das EU-Parlament? Wieviel Handlungsfähigkeit und Souveränität wird dem deutschen Staat noch zugestanden? Rechte Parteien erhalten Zulauf.

Der echte Ausländeranteil (einschließlich der Doppelpassinhaber) wird wegen der Wanderbewegung durch die EU-Osterweiterung auf 20 % steigen. Zählt man auch noch die nicht deutsch sprechenden "Spätaussiedler" hinzu, dessen Vorfahren vor Jahrhunderten nach Russland auswanderten, ist der Anteil noch höher. Die neuerliche Zuwanderungswelle bringt weitere soziale Spannungen mit sich, die Investoren auch nicht gerade ins Land locken.

Die ehemaligen Billiglohnländer China und Indien, aber auch osteuropäische Staaten, haben in allen wirtschaftlichen Bereichen mächtig aufgeholt. Unser technologischer Vorsprung ist in fast allen Branchen längst dahin.

"Die Zeit kann man nicht aufhalten!"
Dieser Alibisatz der Globalisierungslobby wird immer wieder strapaziert. Natürlich kann man die Zeit nicht aufhalten - aber die oben skizzierte Prognose ist eben alles andere als ein natürlicher, evolutionärer Ablauf. Erst die Entstaatlichung und der fahrlässige Verzicht auf notwendige, wirtschaftspolitische Steuerungsmittel (Preisgabe eines intakten Binnenmarktes, Verzicht auf eine eigene Währung) haben die absurde Entwicklung heraufbeschworen. Aber noch könnte eine Kurskorrektur eingeleitet werden!

Es gibt Alternativen - warum werden sie ignoriert?
Der oben prognostizierte Abstieg ist nicht vorbestimmt und hat auch nur wenig mit unserer demographischen Entwicklung zu schaffen. Das ganze Dilemma ließe sich also durchaus abwenden.
Dazu müssten aber politische Entscheidungsträger sich bequemen, von ihren liebgewordenen Vorurteilen sich zu lösen und auch das "Unaussprechliche" in Erwägung zu ziehen (auch wenn sie von den mächtigen Printmedien dafür hart attackiert werden).

Damit ist gemeint: Die durch Aufhebung der Zollgrenzen künstlich aufgeheizte Globalisierung und selbst die
grenzenlose EU müssen auf den Prüfstand. Über diese Schicksalsfragen muss endlich offen und ehrlich diskutiert werden.
Niemand kann Deutschland zwingen, seine Eigeninteressen über Jahrzehnte hinweg zu vergessen und in einem chaotischen Verdrängungswettbewerb auf seinen eigenen Niedergang zu warten.

Unsere gutbezahlten Regenten müssen die Frage zulassen, wie lange Deutschland den unfairen Wettbewerbsdruck von außen noch standhalten kann und wie lange man glaubt, mit inneren Umschichtungen und Einsparungen Wunder bewirken zu können.

Kein Politiker soll später sagen können, er habe nicht geahnt, wohin die Reise geht oder die Lage falsch eingeschätzt. Kein Verantwortlicher soll später seine Hände in Unschuld waschen können. Die ungünstigen Perspektiven sind eindeutig - wer das nicht eingestehen will, ist entweder ein Ignorant oder ein Träumer.

"Das neue Wirtschaftswunder" - so lautet der Titel des Buches, welches unverblümt sagt, was Sache ist! Welches eindeutige unwiderlegbare Beweise und Analysen liefert, die schlimmsten Fehleinschätzungen und Propagandatricks entlarvt und mit überzeugender Klarheit darlegt, wie die erdrückenden Probleme aufgelöst werden. Das Buch bekommen Sie für 12,- Euro
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Das neue Wirtschaftswunder
Die Entmachtung des globalen Dumpingsystems
152 Seiten, Format 17x22, © September 2005

Klappentext:
Der Neoliberalismus hat seine Chance gehabt und ist kläglich gescheitert. Auch in der Ökonomie gelten die Gesetze der Logik &endash; wer glaubte, den produktiven Fortschritt mit realen Lohnsenkungen und Sozialabbau bekämpfen zu müssen, ist eines Besseren belehrt worden. Lautet die Devise jetzt „Löhne rauf!"? Natürlich nicht, denn erst müssen dafür die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Notwendig ist die Aushöhlung des globalen Dumpingsystems.

Der Autor dieses Buches beweist, dass dies ohne weiteres möglich ist. Er ist kein Anhänger des Klassenkampfes und plumper Umverteilung, ihm geht es einzig um die Wiederbelebung einer florierenden Marktwirtschaft. Volksnah erklärt er die Mechanismen der Weltwirtschaft und enttarnt die vielen Denkfehler, die zu der heutigen Misere geführt haben. Seine fundierten Lösungskonzepte sind absolut praxistauglich, sofort umsetzbar und schnell wirksam. Besonders ausführlich befasst er sich mit der von ihm entwickelten Lohnkostenreform, der Umfinanzierung der Sozialversicherungen über die Mehrwertsteuer. Fazit: Dieses Buch markiert den Weg zu einem neuen Wirtschaftswunder und einer demokratischeren, gerechteren Gesellschaft.

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Manfred Julius Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten. Inzwischen sind auch vier Bücher erschienen: "Die Kultivierung des Kapitals", 2001, "Anti-Globalisierung. Zurück zur Vernunft!", 2002, "Das neue Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen Dumpingsystems", 2005, "Das Kapital und die Globalisierung", 2008. Müller ist Inhaber eines Versandhauses und gewinnt von daher einen praxisnahen Einblick in die Abartigkeiten des globalen Verdrängungswettbewerbs.