Dollar-Imperium bröckelt


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Abgeschickt von Lars am 07 Oktober, 2009 um 12:03:15

Antwort auf: Bernanke sieht Gefahr für Dollar von Lars am 02 Oktober, 2009 um 19:39:26:

http://www.jungewelt.de/2009/10-07/092.php


07.10.2009 / Titel / Seite 1Inhalt

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Dollar-Imperium bröckelt
Von Rainer Rupp

Dollar und Öl im Auslaufen?
Foto: Montage: jW
Das Ende des Dollars als Weltreservewährung ist in absehbare Nähe gerückt, wenn sich der Bericht der britischen Tageszeitung The Independent von Dienstag als richtig erweist. Demnach sind die arabischen Golfstaaten, China, Rußland, Japan und Frankreich in Geheimverhandlungen übereingekommen, »den Ölhandel in Dollar zu beenden und statt dessen alle Zahlungen auf der Grundlage eines Währungskorbes abzuwickeln, der sich aus dem chinesischen Yuan, dem japanischen Yen, dem Euro und aus Gold zusammensetzt«. Später komme auch der Rubel hinzukommen, zumal Rußland derzeit der weltgrößte Öl- und Gasproduzent ist. Die Währungsumstellung soll bis zum Jahr 2018 abgeschlossen sein. In der Übergangsphase werde – so das Blatt – Gold wieder verstärkt als Zahlungsmittel eingesetzt.

Obwohl die Zeitung sich lediglich auf anonyme Quellen aus der mittelöstlichen und chinesischen Finanzwirtschaft berief, reagierten die internationalen Währungsmärkte sofort. Der Dollar verlor kräftig gegenüber 15 der 16 am meisten gehandelten Währungen, während Gold seinen kürzlich begonnenen Höhenflug jenseits der 1000 Dollar pro Unze fortsetzte. »Allein die Tatsache, daß man sich mit solchen Gedanken beschäftigt, unterminiert bereits den Dollar«, zitierte die US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg Dariusz Kowalczyk, Chefstratege eines Investmentunternehmens in Hongkong.

Laut Independent wissen die Amerikaner zwar von den Geheimtreffen, es sei ihnen aber noch nicht gelungen, an die Details der Pläne gegen den Dollar heranzukommen. Beteiligt seien sich auch bisher ­loyale US-Verbündete wie Japan und die Golf-Araber. Washington ist wegen der Überschuldung der USA und absehbar gigantischer Haushaltsdefizite für die nächsten Jahre auf einen stabilen Dollar angewiesen. Der US-Bundesrechnungshof erwartet ein Etatdefizit von jährlich einer Billion Dollar. Nur eine feste Währung aber bietet ausländischen Investoren weiterhin einen Anreiz, US-Schuldscheine zu kaufen. Allein mit ihnen wiederum ist die aufgeblähte und global überdehnte US-Regierungsmaschinerie am Leben zu erhalten. Daher sehen die US-Amerikaner in allen Plänen, die Rolle des Dollars in der Weltwirtschaft zu reduzieren, einen Anschlag auf ihre Vormachtstellung, die allerdings längst angegriffen ist. Konfrontationen sind daher programmiert.

Auch die Chinesen sehen das nicht anders. Botschafter Sun Bigan, Pekings ehemaliger Sondergesandter für den Mittleren Osten, hat jüngst vor den Risiken einer sich vertiefenden Kluft zwischen China und den USA gewarnt, insbesondere wegen Konflikten um Öl in der Region. »Bilateraler Zank und Zusammenstöße sind unvermeidbar. Wir dürfen unsere Wachsamkeit gegen Feindseligkeiten im Mittleren Osten aufgrund von ­Energie- und Sicherheitsinteressen nicht senken«, erklärte Bigan kürzlich in der Asia and Africa Review. Offensichtlich ist China entschlossen, auch in den mittelöstlichen Ölstaaten mit den dort bisher dominierenden USA um Einfluß zu konkurrieren. Peking ist für die Aufrechterhaltung seines rapiden Wirtschaftswachstums auf zusätzliche Energielieferanten angewiesen.

Iran hatt bereits im September verkündet, in Zukunft seine Währungsreserven nur noch in Euro statt in Dollar anzulegen. Das ist jedoch nicht ungefährlich, wie das Beispiel Irak zeigt. Wenige Monate nachdem Saddam Hussein erklärt hatte, Öl nicht mehr für Dollar, sondern nur noch gegen Euro zu verkaufen, marschierten die US-Amerikaner im Irak ein.




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