Abgeschickt von Lars am 09 Dezember, 2009 um 17:42:29
Antwort auf: FLUGBLATT-AKTION von Lenz am 22 Februar, 2009 um 22:07:21:
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Günther Lachmann, Tödliche Toleranz
Die Muslime und unsere offene Gesellschaft
Günther_Lachmann_Tödliche_Toleranz
Ein brillantes Buch erstmals 2006 heraus gegeben, zum Thema Deutsche Ausländerpolitik und islamistische Terroristen. Günther Lachmann analysiert die Situation vornehmlich in Deutschland und arbeitet die wesentlichen kulturellen Unterschiede zwischen westlichem Humanismus und islamischer Kultur heraus.
Angefangen von den Verträgen zur Anwerbung von Gastarbeiter unter Adenauer zwischen Italien, Spanien, Jugoslawien und schließlich der Türkei zeichnet er eindrucksvoll das Bild der vergangenen Jahre und Jahrzehnte indem die Deutsche Politik unter Brandt, Schmidt, Kohl und Schröder mit der Ausländerfrage nicht mehr fertig wurden. Schließlich musste man erkennen dass die Geister die man rief nicht mehr los werden würde.
Dies allein ist aber nicht das wesentliche Problem. Viel schwer wiegender war die Tatsache dass Deutschland, Holland, England und Frankreich immer mehr als Einwanderungsländer von politisch Verfolgten diente. Deutschland mit seiner besonders liberalen Asyl-Gesetzgebung war in den 80 Jahren nach dem Militärputsch in der Türkei ein besonderes Anlaufziel der Politisch Verfolgten. Es entstand die Milli-Görus Bewegung deren Hauptorganisation ihren Sitz in Kölln hatte, die auf dem Höhepunkt der Bewegung einen Kalif-Staat aus rief.
Da viele Gastarbeiter aus der Türkei in Deutschland nicht integriert waren fanden die Flüchtlinge zudem hier ideale Voraussetzungen unter zu Tauchen und die Seggregationstendenzen weiter zu verschärfen. Politisch verfolgte durften nicht arbeiten und hatten alle Zeit der Welt ihre politischen Aktivitäten weiter zu pflegen. Aus diesem Klima heraus entstanden über die Jahrzehnte Organisationen und Islambruderschaften die nicht mehr Verfassungskonform waren.
Die Toleranz der Gastländer führte so weit dass junge ägyptische Studenten wie wir alle wissen in Hamburg die schrecklichen Anschläge des 9 September planten und später aus führten. Atta und seine Leute kamen nicht als Terroristen nach Deutschland. Die Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung wurde soweit über dehnt dass man angesichts der neu gewonnenen Freiheit schließlich zu einem islamischen Gottesstaat und vereinzelt zu Mord aufrief. Man strebte die Weltherrschaft entsprechend dem Koran an. Zitate einiger Islamführer wie “Wir überwinden Euch mit euren Gesetzen”, oder “Der einzige Ort wo eine friedliche islamische Revolution statt finden kann ist Europa” bergen Angst und Hoffnung zugleich. Europa sei Rückzugsraum der radikalen Muslime geworden. “Die Freiheit setze dem Mass keine Grenzen” so Lachmann. Europa habe zudem keine Integrationsregeln und steuert blind und führungslos in eine ungewisse Zukunft.
Solange der Deutsche Konvertit im Zentralrat der Muslime Muhammed Siddiq verlauten läßt “Die Scharija steht über allem!” müsse man fast von einer Verfassungsfeindlichen Religion aus gehen. Das Problem ist aber dass es eigentlich kein anerkanntes übergeordnetes Organ des Islam in Europa oder Deutschland gibt. Deshalb könne man auch nicht die Religion als ganzes verbieten. Dennoch biete die westliche Demokratie Freiräume für ein Scharija konformes Leben im Verborgenen.
Lachmann spannt noch den Bogen zu Osama Bin Laden und macht sich über die Voraussetzungen Gedanken die den international operierende Terrorismus möglich machte und noch macht. Deutschland ist traurigerweise wichtigster Drehangelpunkt bei den Anschlägen des 9/11 gewesen. Die jährlich abgeschätzte Finanzierung von etwa 300Millionen US Dollar stamme aus Saudi Arabien, was noch heute die USA verblüfft.
Lachmann versucht abschließend Lösungen auf zu zeigen, was ihm meiner Meinung aber nicht gelingt. Scheinbar soll ein islamische Reform die Lösung des Problems sein, obwohl genau dies der Koran verbietet. Jegliche Kritik oder das Hinterfragen sei Gotteslästerung und zieht drakonische Strafen nach sich. Die muslimische Frau müsse auf stehen in Europa und sich Emanzipieren, da sie hier in Europa die besten Bedingungen hierfür vor findet. Die Frage ist nun ob die europäischen Muslime die Kraft und das Durchsetzungsvermögen einer Reform entgegen den hier verfestigten radikalen Islamischen Kräften besitzen.