Zeitarbeit: Die Sklavenarbeits-Branche boomt wieder


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Abgeschickt von Lars am 12 April, 2010 um 21:49:17

Antwort auf: Wohlstand ohne Wachstum von Lars am 04 April, 2010 um 20:11:37:

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Zeitarbeit: Die Sklavenarbeits-Branche boomt wieder
Von Totila Veckenstedt • 6. April 2010 • Kategorie: Kurz & knapp

Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Zeitarbeiter kräftig gestiegen. Für Januar 2010 zeigt der Index des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW) einen sprunghaften Anstieg im Vergleich zum Dezember 2009 von 650.000 auf 710.000 Zeitarbeiter.
Im Februar dürften es zwischen 730.000 und 750.000 Menschen gewesen sein, die in der BRD in der „Sklavenarbeits“-Branche beschäftigt waren.

„Nach dem Abschwung zeigt sich unsere Branche wieder als Jobmotor“, sagte der Präsident des „Bundesverbands Zeitarbeit“ (BZA), Volker Enkerts, am 4. April 2010 der „Welt am Sonntag“. Inzwischen rücke die Höchstmarke aus dem Sommer 2008 wieder in greifbare Nähe. Insgesamt spreche vieles dafür, daß es mit der Zeitarbeit weiter bergauf gehen werde.
Enkerts warnte, die Politik dürfe die Branche und deren positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt nicht wieder mit unnötigen Regulierungen behindern. Im Juli vor zwei Jahren hatte die Zahl der Zeitarbeiter einen Rekordwert von gut 820.000 erreicht. Danach ging sie binnen nur neun Monaten um 30 Prozent zurück auf 580.000 im April 2009.

Die Ausbeuter gehen nun davon aus, daß die Zeitarbeit stärker denn je zurückkommt. „Die Unternehmen wollen mehr Flexibilität. Diejenigen ohne Zeitarbeit haben gesehen, daß die, die Zeitarbeit in der Krise nutzten, schneller reagieren konnten“, sagte Hartmut Lüerßen von der Unternehmensberatung Lünendonk der Zeitung. Die Flexibilisierung der Belegschaften werde sich in den kommenden Jahren vermutlich verstärken. Unternehmen wollten schnell reagieren können und wenig Kapital binden. „Manche werden Teile ihrer Stammbelegschaften zugunsten der Zeitarbeiter reduzieren.“ Lüerßen sieht das nicht negativ. Dadurch würden Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten.

Es sollen also vermehrt Arbeitsplätze geschaffen werden, von denen keiner mehr leben kann - mit einem Hungerlohn von maximal 6,50 Euro brutto die Stunde! Und wenn es nach der vollkommen asozialen Wirtschaft geht, darf es gerne noch weniger sein. Selbstverständlich alles ohne jegliche „Regulierung“! Was für ein Standort…

Die Bundesregierung, die in Wahrheit genauso wie die System-Sponsoren aus der Wirtschaft für noch niedrigere Löhne ist, kündigte derweil an, einem Mißbrauch der Leiharbeit notfalls per Gesetz einen Riegel vorschieben zu wollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte erst vor zwei Wochen erklärt, die Regierung werde nicht tatenlos zusehen, daß der Dienstleistungssektor zu einem Niedriglohnbereich werde.
Bei solchen und ähnlichen Erklärungen wird es vermutlich auch bleiben.
So kündigte bereits vor einiger Zeit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein Eingreifen der Politik an, wenn die Branche nicht rasch eine Lösung finde. Besonders ärgere sie, wenn Unternehmen ihre Stammbelegschaften entließen und dieselben Menschen anschließend als Leiharbeiter wieder einstellten. Auch könne es nicht sein, „daß Leiharbeiter dauerhaft schlechter entlohnt werden als festangestellte Arbeitnehmer, die im selben Betrieb die gleiche Arbeit machen.“ Wenn die Tarifparteien zu beiden Problemen keine befriedigende Lösung fänden, werde sie gesetzliche Änderungen herbeiführen. „Ich rechne da nicht in Monaten, sondern eher in Wochen.“

Vermutlich kann man auf diese gesetzlichen Änderungen lange warten, denn die „Flexibilisierung der Belegschaften“ ist das erklärte Ziel der Blockparteien.

Was heißt hier schon „Mißbrauch der Leiharbeit“? Die Zeit- und Leiharbeit war von Anfang an dazu gedacht, den „verkrusteten“ Arbeitsmarkt mit seinen Tarifbindungen zu „flexibilisieren“, also aufzumischen und ein Lohndumping in Gang zu setzen. Die Schaffung eines Niedriglohnbereichs war das erklärte Ziel der Blockparteien. Und wer heute etwa behauptet, daß das nicht stimme, lügt!

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