Eine volkswirtschaftliche Betrachtung der Staatsverschuldung


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Abgeschickt von Grobi am 26 November, 2011 um 11:43:14:

ist wohl ein Verteilungsproblem ...

Volkswirtschaftlich gesehen ist der Saldo zwischen Soll und Haben immer ausgeglichen egal wie bei einzelnen Marktteilnehmern die Ungleichgewichte ausfallen. Die Schulden der Schuldner sind die Guthaben der Gläubiger. Wenn die Ungleichgewichte Überhand nehmen muss man sich fragen warum das so ist. Wenn Staaten Billionen Außenstände haben und diese offenbar unaufhaltbar wachsen und gleichzeitig einige wenige Multimillionäre in Krisenzeiten ihre Vermögen sogar vermehren können, muss man sich fragen wie das möglich ist.


Des Weiteren sind in einer Volkswirtschaft des einen Marktteilnehmer Einnahmen immer eines anderen Ausgaben und umgekehrt. Hält sich ein Marktteilnehmer mit seinen Ausgaben zurück spürt es ein anderer an seinen Einnahmen. Spart der Staat, so müssen die Bürger sparen, dann haben die Unternehmen weniger Einnahmen und die sparen bei den Kosten insbes. den Lohnkosten und der Staat hat dann wiederum weniger Steuereinnahmen was ihm zum weiteren Sparen veranlasst und die Sache geht in die nächste Runde.


Weiter ist zu beachten, dass im Kapitalismus ständig das Gleichgewicht am Markt gestört ist. Das liegt an der Möglichkeit dass sich das Kapital bei zu geringen Renditeaussichten vom Markt zurückziehen kann. Dann gehen die Renditeerwartungen in die Höhe, so wie jetzt bei den Staatsanleihen und/oder gibt es eine Kreditklemme, also auch notwendige Investitionen bleiben aus. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich dagegen nicht von Markt zurückziehen, denn dann haben sie keine Einnahmen um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Es bleibt also nichts weiter übrig als die eigentlich zu hohen Renditeforderungen des Kapitals nachzukommen = Leistungs- und Wachstumszwang. Dabei handelt es sich um leistungslose Kapitaleinkünfte die auf kosten der Leistungserbringer erzielt werden. Nun wird die undurchsichtige Sache mit den Milliardären vielleicht klarer.


Der Leistungsdruck steigt stetig weil jedes Unternehmen genötigt ist den anderen Unternehmen die Zinsen im Wettbewerb abzujagen die durch die steigende Verschuldung entstehen. Da jedoch die Kreditzinsen die Wirtschaftswachstumssteigerungen 2-3fach übersteigen, ist ein Überschuldungskrise nur eine Frage der Zeit. Der Staat versucht(e) die Konjunktur in Niedrigzinszeiten zu stabilisieren indem der Staat selbst investiert bzw. Wirtschaftsförderung betreibt. Doch irgendwann stößt auch er an seine Grenzen. Dort sind wir nun bald angelangt - auch in Deutschland. Betriebswirtschaftlich und rechtlich gesehen sollte schon jeder Schuldner seine Schulden tilgen. Volkswirtschaftlich gesehen ist es unter diesen Umständen unmöglich.


Wenn Frau Merkel und co. immer wieder fordern, Griechenland, Italien usw. sollten ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern, dann zeugt das von grober Unkenntnis. Das wäre in etwa so, als fordere in der Fußball-Bundesliga der FC Bayern von den anderen Mannschaften, sie sollten ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern also leistungsfähiger werden. Gleichzeitig will der FC Bayern trotzdem jeden Spieltag drei Punkte einfahren. Möchte Frau Merkel das Deutschland in seiner Wirtschaftskraft zugunsten anderer Länder schwächer wird? Man sieht hier, dass es bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit weder um Deutschland, noch um Griechenland, noch um Italien usw. gehen kann. Es geht vielmehr um einen Unterbietungswettbewerb aller Staaten in ihren Leistungen und der berechtigten Ansprüche der Unternehmer und Arbeitgeber bei Gewinnen und Löhnen zugunsten der höchsten Kapitalrendite also leistungsloser Einkünfte.


Der Staat darf sich nicht mehr als Gehilfe zur Steigerung der Kapitalrendite missbrauchen lassen. Der Staat hat die Aufgebe die Ungleichgewichte am Markt zu beseitigen. Daher ist es notwenig dass der Staat die Kreditversorgung der Wirtschaft selbst sicher stellt. Die Wirtschaft muss mit zinsgünstigen Krediten versorgt werden so dass weder unsinniges Wirtschaftswachstum noch Überschuldungskrise resultieren.

von hier stibitzt: http://detlef-ouart.de/cms2/?19.11.2011-eine-volkswirtschaftliche-betrachtung-der-staatsverschuldung,127



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