Manfred
Julius Müller Wider
dem unredlichen Geist! Es
ist schon traurig, wie auch in unser heutigen
aufgeklärten" Zeit mit Unwahrheiten und
Entstellungen Politik gemacht wird. Wenn
ich nur einmal an das erbärmliche Schmierentheater
wegen der Mehrwertsteuererhöhung denke - was wurde da
nicht alles verdreht und gelogen. Eine
Mehrwersteuererhöhung sei unsozial und belaste
hauptsächlich den kleinen Mann" wurde der
Bevölkerung von allen Seiten immer wieder eingebleut.
Natürlich lassen sich mit derlei plumpen populistischen
Äußerungen Wählerstimmen gewinnen - wer
hört schon gerne etwas von
Steuererhöhungen. Verschwiegen
wurde bei der demagogischen Hetze, dass der Staat
schließlich irgendwie finanziert werden muss -
irgendwoher muss das Geld kommen. Und wenn man alle
möglichen Einnahmequellen objektiv betrachtet, dann
ist, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, die
Mehrwertsteuer immer noch am sozialsten und auch für
die Volkswirtschaft am günstigsten. Populistische
Geisterdebatten Von
wem kann sich der Staat das Geld denn sonst noch holen? Eine
Reichensteuer oder die Erhöhung der
Spitzensteuersätze als Lösung zu verkaufen ist
mehr als scheinheilig. Zwar bin auch ich der Meinung, die
Reichen" könnten ruhig etwas mehr berappen - aber
dies sind in einer globalisierten Welt nur fromme
Wunschvorstellungen. Wollen wir denn um Deutschland eine
neue Mauer bauen und die Großverdiener bei uns
einsperren? Natürlich werden die Reichen bei zu hohen
Abgaben ihren Wohnsitz ändern - günstige
Steueroasen gibt es auch in Europa zuhauf, und bei einem zu
hohen Steuersatz hört selbst bei patriotisch
eingestellten Millionären die Vaterlandsliebe
irgendwann auf. Ähnliches gilt für die
Vermögens- und Erbschaftssteuer. Der Staat muss immer
abwägen, wie die Verhältnisse im nahen Ausland
sind - nur so kann er ermitteln, wo noch ein wenig Luft
für Mehreinnahmen ist. Da
95 % der Bundesbürger sich nicht zu den Wohlhabenden
zählen können wundert es nicht, dass beim Wahlvolk
Forderungen nach einer Reichen- und Vermögenssteuer gut
ankommen. Einen Wahlkampf auf einer solch primitiven Basis
zu führen und mit unrealistischen Annahmen über
mögliche Mehreinnahmen eine scheinbare Alternative
vorzugaukeln, halte ich für unanständig und
durchtrieben. Ob die Einführung einer Reichensteuer
überhaupt etwas bringt, ist mehr als fraglich. So zu
tun, als ließen sich damit die deutschen Probleme
lösen, ist schamlos. Höhere
Unternehmenssteuern? Das
gleiche Täuschungsmanöver vollzieht sich mir der
Forderung nach einer höheren Besteuerung der
Unternehmen und Konzerne. Sicher, mich ärgert auch,
dass Konzerne beim Steueraufkommen so gut wegkommen - aber
auch hier muss man doch sehen, was überhaupt
möglich ist. Einfach die Unternehmenssteuern anzuheben
würde nur bedeuten, den Auslagerungsprozess ins Ausland
zu beschleunigen. Am Ende kann eine weltfremde
Steuererhöhung zu hohen Einnahmeausfällen und
einem Ansteigen der Arbeitslosenzahlen führen. Die
Politiker haben diese ungünstige Erpressungslage
schließlich selbst geschaffen, indem sie wider alle
Vernunft die Zollgrenzen rigoros niedergewalzt haben.
Der
Ausweg Die
Mehrwertsteuer ist in dieser ungünstigen (durch den
Zollabbau selbst herbeigeführten) Situation die einzige
Steuer, die das Erpressungspotential der Konzerne mindert,
die deutsche Wirtschaft entlastet und Importe verteuert
(denn auf die wird die Mehrwertsteuer auch
aufgeschlagen). Der
positive Effekt wird verdoppelt, wenn mit der
Mehrwertsteuererhöhung eine Absenkung der
Lohnnebenkosten einhergeht, also eine Umfinanzierung der
Sozialsysteme stattfindet. Seit
20 Jahren propagiere ich dieses System und konnte auch
zahlreichen Spitzenpolitikern die Vorteile dieser Reform
verständlich machen. Ich bin froh, dass jetzt
tatsächlich ein Umdenken stattgefunden hat und die
Regierung Merkel einen beherzten Schritt in die richtige
Richtung wagt - trotz des Widerstandes seitens der Medien
und zahlreicher unbelehrbarer Politiker. 2+0
= 3 Besonders
gefreut hat mich das Einlenken der SPD. Sie hatte im
Wahlkampf noch wortgewaltig Stimmung gegen eine
Mehrwertsteuererhöhung gemacht und man hätte
gedacht, die neue Koalition würde sich in dieser Sache
in der Mitte treffen - also 2 % CDU-Wunschvorstellung, 0 %
seitens der SPD, das ergibt einen Kompromiss von 1 %. Dass
man sich dann doch auf 3 % einigen konnte zeigt, welche ein
politischer Wandel in der SPD sich seit dem Abgang
Schröders vollzogen hat. Die
hässliche Rolle der Medien Dass
machthungrige Politiker mit populistischen Maßnahmen
(Reichensteuer, Verteufelung der Mehrwertsteuer) versuchen,
Wahlen zu gewinnen, kann man noch irgendwie nachvollziehen.
Warum aber auch die Medien so eifrig gegen die
Mehrwertsteuer wettern, sollte stutzig machen. Haben
Wirtschaftsredakteure vielleicht erkannt, dass mit jedem
Prozent der Mehrwertsteuererhöhung und mit jedem
Prozent der Lohnnebenkostensenkung letztlich die Macht und
die Einflussnahme der Großunternehmen abnimmt? Weil
dadurch Inlandsprodukte billiger und Importe teurer werden -
die Produktionsauslagerung sich also weniger rentiert und
das Erpressungspotential auf die Politik
schwindet? Wie
groß die Furcht vieler Verleger vor einem Umdenken in
der Wirtschaftspolitik ist (Abkehr vom Neoliberalismus,
stattdessen Umfinanzierung des Sozialstaates über die
Mehrwertsteuer) zeigen auch die Reaktionen auf mein
aktuelles Buch Das neue Wirtschaftswunder. Die
Entmachtung des globalen Dumpingsystems". Ich habe
verschiedene namhafte Zeitungen und Zeitschriften um eine
Rezension gebeten - ohne Erfolg. Selbst auf Nachfragen
stellt man sich tot und bleibt jede Antwort schuldig. Man
hat nicht einmal den Schneid, eine Rezension offen
abzulehnen oder das nicht benötigte Buch
zurückzuschicken. An einen Verriss traut man sich aber
auch nicht, denn das könnte das Buch erst recht ins
Gespräch bringen. Hierzu möchte ich noch anmerken,
dass die Presse ansonsten auf diesem Gebiet
äußerst schreib- und renzensionsfreudig ist. Wenn
ein Autor die üblichen neoliberalen Phrasen
herunterdrischt, dann wird auch der hundertste Aufguss
dieser Plattitüde mit schmeichelhaften Worten geehrt.
Autoren, die das übliche Glaubensbekenntnis
herunterbeten und die Notwendigkeit von sinkenden
Löhnen, kostenloser Mehrarbeit und der Demontage des
Sozialstaates zu beweisen suchen, werden verehrt und
hofiert, als hätten sie den Stein der Weisen
verschluckt. Wo bleibt die vielgepriesene Neutralität
und Informationspflicht der Presse? "Alles, was eine
Nachricht ist, wird veröffentlicht", so lautet der
Ehrenkodex der Presse. Gilt das nur, wenn auch die Verlags-
und Konzerninteressen gewahrt werden? Wider
dem unredlichen Geist
-
wenn Sie mehr zu diesem Thema lesen möchten, wenn Sie
wissen möchten, wie Deutschland das Ruder
herumreißen könnte und welche
weltwirtschaftlichen Zusammenhänge nun einmal nicht
abzustreiten sind, dann wird ihnen mein neues Buch
Das
neue Wirtschaftswunder"
sicher gut gefallen. Nachstehend
der Klappentext zum Buch: "Der
Neoliberalismus hat seine Chance gehabt und ist
kläglich gescheitert. Auch in der Ökonomie gelten
die Gesetze der Logik - wer glaubte, den produktiven
Fortschritt mit realen Lohnsenkungen und Sozialabbau
bekämpfen zu müssen, ist eines Besseren belehrt
worden. Lautet die Devise jetzt Löhne rauf!"?
Natürlich nicht, denn erst müssen dafür die
Rahmenbedingungen geschaffen werden. Notwendig ist die
Aushöhlung des globalen Dumpingsystems. Der
Autor dieses Buches beweist, dass dies ohne weiteres
möglich ist. Er ist kein Anhänger des
Klassenkampfes und plumper Umverteilung, ihm geht es einzig
um die Wiederbelebung einer florierenden Marktwirtschaft.
Volksnah erklärt er die Mechanismen der Weltwirtschaft
und enttarnt die vielen Denkfehler, die zu der heutigen
Misere geführt haben. Seine fundierten
Lösungskonzepte sind absolut praxistauglich, sofort
umsetzbar und schnell wirksam. Besonders ausführlich
befasst er sich mit der von ihm entwickelten
Lohnkostenreform, der Umfinanzierung der
Sozialversicherungen über die Mehrwertsteuer. Fazit:
Dieses Buch markiert den Weg zu einem neuen
Wirtschaftswunder und einer demokratischeren, gerechteren
Gesellschaft." Home
(Startseite www.neo-liberalismus.de)

Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlicht brisante
Aufsätze zu den heikelsten Themen. Er entwickelte neue
Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe
setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen
die Gesetzgebung beeinflussten. Seine Websites erreichen im
Jahr etwa eine Million Besucher. Inzwischen sind auch einige
Bücher erschienen, u. a. die Trilogie
"DAS KAPITAL".